FRAUENNETZWERK FÜR POLITIK, KULTUR & SOZIALES

Begrüßung zur 3. Fachtagung, November 2003:
"Start-up Gender Mainstreaming"

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, liebe Veranstalterinnen und Veranstalter, liebe Mitwirkende der Fachtagung "Start-up Gender Mainstreaming"!

Bereits zum dritten Mal darf ich Sie herzlich zu Beginn einer Fachtagung begrüßen, zum zweiten Mal nun schon im Namen des Bündnisses "Demokratie jetzt!", das aus der ersten Fachtagung hervorgegangen ist.

Die übergreifenden Ziele all unserer Tagungen lassen sich in vier Punkten kurz zusammenfassen:
 
1.) Wir möchten aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen und auf diese reagieren.
2.) Hierzu möchten wir Ansätze und Methoden vorstellen, die dazu geeignet sind, als weiterführende Impulse in die eigene berufliche Praxis einzufließen.
3.) Wir möchten die Mitgestaltungsmöglichkeit jedes und jeder Einzelnen veranschaulichen und so die überzeugungskraft in eigenes Handeln stärken und bekräftigen. Zweifle nie daran, ...
4.) Schließlich soll die Fachtagung auch dazu dienen, Ihnen aufzuzeigen, dass es bereits - ganz in Ihrer Nähe - bestehende Zusammenschlüsse und Kooperationen, Bündnisse und Arbeitskreise gibt, die sich, zum Teil seit Jahren schon, für die Fortentwicklung neuer Ideen engagieren.

Wenn ich "wir" sage, spreche ich vom Bündnis "Demokratie jetzt!", einem Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, die sich, um nur einen Arbeitsschwerpunkt des Bündnisses anzuführen - z.B. im Rahmen einer Fachtagung - der Aufgabe stellen, bestehende Ressourcen zu heben, engagierte Kräfte, KollegInnen und MitstreiterInnen zu sammeln und zu bündeln, um auf diese Weise die theoretische und praktische Anwendung weiterführender Konzepte innerhalb des Bezirks voranzutreiben.

Mein besonderer Dank gilt hierbei Brigitte Kippe von der VHS City West und Gabriele Hubert-Taddiken vom Amt für Familie und Jugend sowie der Frauenbeauftragten Christine Rabe. (Die diesjährige Fachtagung wurde maßgeblich von ihnen konzipiert und organisiert.)

Die Verankerung neuer Konzepte verlangt nach umfassenden und vor allem gemeinschaftlich getragenen Anstrengungen, damit das vormals in trockene Gesetzestexte Gegossene nun auch mit Leben gefüllt werden kann bzw. in das Leben - sprich in die persönliche berufliche Praxis - überführt werden kann.

Nur wenn dieser Schritt vollzogen wird, wenn also über die GesetzgeberInnen hinaus ein neues Konzept möglichst breit innerhalb einer Gesellschaft diskutiert, angewendet und umgesetzt wird, kann das gegebene Recht "hier unten" - also in der Praxis - wirksam werden.
Das Konzept des Gender Mainstreaming zielt- verkürzt - darauf, alle Bereiche von Politik und Gesellschaft daraufhin zu überprüfen, inwieweit die Geschlechterperspektive berücksichtigt wird.

Damit dieses Konzept seine Strahlkraft entfalten kann, müssen wir uns auf die Konsequenzen der Erkenntnis einlassen, dass Mädchen und Jungen, Frauen und Männer (immer noch!) in sehr unterschiedlichen Lebensräumen aufwachsen, leben und arbeiten - und daraus abgeleitet: mit sehr unterschiedlichen Entwicklungschancen ausgestattet sind. Lassen wir uns auf die Konsequenz dieser Erkenntnis ein, dann erscheint der von der EU entwickelte Ansatz des Gender Mainstreaming geradezu als: notwendig und... nahe liegend!

Wie weit jedoch der Weg von Europa nach Charlottenburg-Wilmersdorf tatsächlich ist, wird deutlich, wenn wir uns klarmachen, dass dieser Ansatz bereits 1997 in den Vertrag von Amsterdam eingeschrieben wurde, - aber wer weiß schon davon? - Sechs Jahre sind inzwischen seit 1997 vergangen, aber wir könne heute sagen:

Angekommen!
Herzlich willkommen, "Gender Mainstreaming", hier in Charlottenburg -Wilmersdorf!

Ich weiß, dass in Zeiten allgemeiner Arbeitsüberlastung, enormen Sparzwängen und beunruhigenden politischen Zukunftsaussichten sicher so manche und so mancher vor Anstrengung ächzen mag: Nun auch das noch!
Ja, nun auch das noch! Weil wir eben nicht müde werden dürfen, die Welt, in der wir leben, weiterhin mitzugestalten. Umso mehr freut es mich, Sie alle hier so überaus zahlreich begrüßen zu dürfen!

Uns allen wünsche ich nun eine anregende Fachtagung, neue, inspirierende Impulse für die eigene berufliche Praxis und vielleicht sogar neue persönliche/berufliche Kontakte, die über den Tag hinausreichen. Ich möchte nicht versäumen, Sie auf den "Marktplatz der Demokratie" einzuladen, den wir alljährlich im Wonnemonat Mai, am 23. Mai, dem Tag des Grundgesetzes auf dem Breitscheidplatz mit diversen Infoständen und einem vielseitigen Bühnenprogramm begehen.


© (Sz.)
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